Was ist ein Amazon Brand Store?
Ein Amazon Brand Store ist ein eigener Bereich innerhalb des Amazon-Marktplatzes, den du als Markeninhaber kostenlos einrichten kannst. Er funktioniert wie ein Mini-Webshop direkt auf Amazon: eigene URL, eigene Navigation, eigene Optik – aber ohne fremde Werbung und ohne Konkurrenzprodukte.
Wer auf deinen Brand Store klickt, landet in einer Umgebung, die du vollständig kontrollierst. Keine Sponsored-Product-Anzeigen anderer Anbieter, kein 'Ähnliche Artikel'-Widget, das Besucher ablenkt. Der Kunde ist bei dir – und bleibt es, bis er kauft oder den Store verlässt.
Jeder Brand Store bekommt eine eigene URL im Format amazon.de/stores/[dein-markenname]. Diese URL ist dauerhaft nutzbar: in Sponsored Brands Ads, auf Instagram, in E-Mail-Kampagnen oder auf deiner Website. So steuerst du Traffic direkt in deine Markenwelt – am Konkurrenzdruck der Suchergebnisse vorbei.
Voraussetzung: Amazon Brand Registry
Bevor du einen Brand Store anlegen kannst, musst du deine Marke in der Amazon Brand Registry registrieren. Die Registrierung selbst ist kostenlos, setzt aber eine eingetragene Marke voraus – in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder einem anderen anerkannten nationalen Markenregister.
Den Antrag stellst du über brand.amazon.de. Amazon prüft die Angaben und gleicht sie mit dem Markenregister ab. Dieser Prozess dauert in der Regel zwei bis sechs Wochen, abhängig davon, wie gut die Daten aus dem Markenregister mit deinen Amazon-Daten übereinstimmen.
Mit der Brand Registry bekommst du neben dem Store noch weitere Vorteile: A+ Content für Produktdetailseiten, Zugriff auf Brand Analytics, erweiterten Markenschutz und die Möglichkeit, Sponsored Brands Ads zu schalten. Für Private-Label-Seller ist die Registrierung deshalb kein nice-to-have, sondern eine klare strategische Grundlage.
- Eingetragene Marke (DE, AT, CH oder anderes anerkanntes Register)
- Professioneller Amazon-Verkaufsaccount
- Antragsstellung über brand.amazon.de
- Bearbeitungszeit: ca. 2–6 Wochen

Struktur planen, bevor du das Design angehst
Der häufigste Fehler beim Brand Store: sofort mit der Gestaltung anfangen, ohne die Struktur zu durchdenken. Das Ergebnis sind meist überfüllte Startseiten, unlogische Navigation und Kunden, die nicht finden, was sie suchen.
Starte stattdessen mit einem einfachen Seitenplan. Überlege: Wie viele Produktkategorien hast du? Welche Produkte sind deine Bestseller? Gibt es saisonale Kollektionen? Willst du eine eigene Seite für Deals oder Neuheiten?
Ein Seller mit 30 Produkten in drei Kategorien braucht eine andere Struktur als ein Hersteller mit 200 SKUs in acht Warengruppen. Faustregel: Eine Startseite plus eine Seite pro Hauptkategorie reicht für die meisten Seller. Unterseiten lohnen sich erst, wenn eine Kategorie mehr als 15 bis 20 Produkte umfasst.
- Startseite: Markengeschichte, Top-Seller, aktuelle Aktionen
- Kategorieseiten: je eine Seite pro Produktlinie
- Unterseiten: nur bei großen Sortimenten (mehr als 15 Produkte pro Kategorie)
- Sonderseiten: Deals, Neuheiten, Bundles – saisonal pflegbar
Amazon Brand Store erstellen: Schritt für Schritt
Den Store Builder erreichst du im Seller Central unter Stores → Stores verwalten. Dort wählst du die Brand aus, für die du den Store erstellen möchtest – falls du mehrere Marken verwaltest, siehst du hier alle registrierten Brands.
Zuerst legst du den Header fest. Er erscheint auf jeder Seite deines Stores und enthält das Markenlogo sowie die Navigationsleiste. Das Header-Bild ist das erste, was ein Besucher sieht – wähle hier ein hochwertiges Markenbild, das deine Positionierung sofort vermittelt. Kein produktüberladenes Bild, kein Text, der auf kleinen Screens unleserlich wird.
Danach baust du die Seiten auf. Für jede Seite wählst du ein Template und füllst es mit Kacheln. Die Kacheln bestimmen Layout und Inhalt: ob Bild, Video, Produkt oder Text. Per Drag & Drop kannst du Kacheln verschieben, in der Größe anpassen und neue hinzufügen.
Am Ende reichst du den Store zur Genehmigung ein. Amazon prüft, ob alle Inhalte den Store-Richtlinien entsprechen. Das dauert in der Regel ein bis drei Werktage. Nach der Genehmigung ist der Store live – und die Store-URL sofort aktiv.

Die drei Templates: Wann du welches nutzt
Amazon stellt drei vordefinierte Templates zur Verfügung. Jedes hat einen anderen Schwerpunkt – wähle das Template nicht nach Optik, sondern nach dem Ziel der jeweiligen Seite.
Marquee eignet sich am besten für Einstiegsseiten und Brandingzwecke. Es bietet Platz für große Bilder, kurze Texte und eine klare Botschaft. Ideal, wenn du eine neue Kollektion vorstellen oder die Markengeschichte erzählen willst.
Showcase stellt Produkte und zugehörige Inhalte in den Vordergrund. Wenig Text, viele Produktbilder, übersichtlich. Dieses Template funktioniert gut für Kategorieseiten, auf denen Kunden erst einen Überblick bekommen und dann tiefer einsteigen sollen.
Product Grid zeigt Produkte in einer Rasteransicht. Das ist die richtige Wahl für Unterseiten, auf denen Kunden konkret zwischen mehreren Produkten auswählen. Je sauberer die Produktfotos, desto besser funktioniert dieses Template.
Wer volle Kontrolle will, startet mit der leeren Vorlage. Kein vorgegebenes Layout – du bestimmst, welche Kacheln du wo platzierst. Der Aufwand ist höher, das Ergebnis kann dafür deutlich individueller sein.
- Marquee → Startseite, Brandingseiten, Kampagnen-Landingpages
- Showcase → Kategorieübersichten mit Produktfokus
- Product Grid → Produktauswahlseiten mit vielen SKUs
- Leer → volle Gestaltungsfreiheit für erfahrene Nutzer
Kacheln richtig einsetzen: Von Bestsellern bis Deals
Kacheln sind die Bausteine deines Brand Stores. Jede Kachel nimmt einen definierten Bereich der Seite ein – von der vollen Seitenbreite bis zu einem Viertel der Breite. Der Mix aus verschieden großen Kacheln bestimmt das visuelle Gewicht und die Nutzerführung auf der Seite.
Produkt-Kacheln fügst du per ASIN oder Keyword-Suche hinzu. Sie zeigen Produktbild, Name, Bewertung und Prime-Abzeichen – und leiten direkt zur Produktdetailseite weiter. Du kannst auch Listen mit bis zu 500 ASINs hochladen, wenn du viele Produkte auf einmal einpflegen willst.
Die Bestseller-Kachel ist praktisch für alle, die ihren Store nicht permanent manuell aktualisieren wollen. Amazon wählt automatisch fünf deiner meistverkauften Produkte aus und zeigt sie dynamisch an. Das Ranking aktualisiert sich laufend – du musst nichts ändern.
Empfohlene Produkte funktionieren ähnlich, arbeiten aber personalisiert: Amazon zeigt jedem Besucher Produkte aus deinem Portfolio, die zu seiner Kaufhistorie passen. Das steigert Cross-Selling, ohne dass du dafür eigene Seiten oder Layouts bauen musst.
Deal-Kacheln sind zeitlich begrenzt. Sie werden nur angezeigt, wenn eine aktive zeitbasierte Aktion läuft – 'Deal of the Day' oder 'Best Deal'. Sobald die Aktion endet, deaktiviert sich die Kachel automatisch. Gutschein-Aktionen werden hier nicht angezeigt, nur zeitraumbasierte Deals.
Video-Kacheln sind oft unterschätzt. Produktvideos oder kurze Markenfilme erhöhen die Verweildauer im Store spürbar. Wer ein professionelles Produktvideo hat, sollte es einbauen – idealerweise oberhalb der ersten Produktreihe, damit es sofort sichtbar ist.

Brand Store und Sponsored Brands: Das richtige Zusammenspiel
Sponsored Brands Ads sind die direkteste Verbindung zwischen bezahlter Werbung und deinem Brand Store. Du kannst die Store-URL oder eine spezifische Unterseite als Zielseite deiner Kampagne festlegen – und damit Besucher direkt in deine kuratierte Markenwelt führen, statt auf ein einzelnes Listing.
Das hat einen konkreten Vorteil gegenüber Einzelprodukt-Landingpages: Kunden, die über Sponsored Brands in den Store kommen, kaufen im Schnitt mehr Produkte pro Bestellung. Wer auf eine Kategorieseite gelangt, sieht sofort weitere Optionen – die Wahrscheinlichkeit steigt, dass er zwei Produkte statt einem kauft.
Noch gezielter wird es, wenn du pro Kampagne die passende Unterseite verlinkst. Eine Sponsored Brands Anzeige für Outdoor-Produkte verlinkt auf die Outdoor-Kategorieseite. Eine Anzeige für einen saisonalen Deal verlinkt auf die Deals-Seite. So stimmt die Erwartungshaltung des Klickers mit dem überein, was er sieht.
Nutze außerdem die Tag-Funktion für externen Traffic. Wenn du den Store-Link auf Instagram, in einem Newsletter oder auf einer Website teilst, hänge einen Store-Tag an. Damit siehst du in den Store Analytics genau, wie viel Traffic aus welchem Kanal kommt – und welcher Kanal wirklich konvertiert.
Store Analytics: Was die Zahlen wirklich bedeuten
Im Seller Central findest du unter Stores → Statistiken und Insights die Store-Analytics. Hier siehst du, wie viele Besucher dein Store hatte, woher sie kamen, welche Seiten sie aufgerufen haben und wie viel Umsatz dem Store zugeordnet wird.
Drei Metriken sind besonders relevant: Besuche, Seitenaufrufe pro Besuch und Umsatz pro Besuch. Wenn Besucher viele Seiten aufrufen und trotzdem wenig kaufen, ist die Navigation möglicherweise verwirrend oder die Produktseiten überzeugen nicht. Wenn der Umsatz pro Besuch hoch ist, aber die Besucherzahl niedrig, fehlt es an Traffic – ein Signal, mehr in externe Verlinkung oder Sponsored Brands zu investieren.
Bei den Traffic-Quellen unterscheidet Amazon zwischen organischem Marktplatz-Traffic, Sponsored Brands Traffic und externem Traffic. Diese Aufteilung hilft dir zu verstehen, welche deiner Marketingaktivitäten wirklich in den Store führen – und welche nur Klicks auf Produktdetailseiten erzeugen.
Seitenebene-Daten zeigen, welche Unterseiten am meisten besucht werden. Wenn eine Kategorieseite kaum Traffic hat, ist sie entweder in der Navigation nicht sichtbar genug oder die Produkte darauf werden zu wenig nachgefragt. Überarbeite in solchen Fällen zuerst die Navigation, bevor du den Inhalt änderst.
- Besuche gesamt: Maßstab für die Reichweite des Stores
- Seitenaufrufe pro Besuch: Zeigt, ob Nutzer im Store verweilen oder sofort abspringen
- Umsatz pro Besuch: Die entscheidende Effizienzmetrik
- Traffic-Quellen: Organisch, Sponsored Brands, externe Kampagnen getrennt auswertbar
- Seitenebene-Analytics: Welche Unterseiten performen, welche kaum besucht werden
Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest
Den Store einmal anlegen und dann nicht mehr anfassen: Das ist der häufigste Fehler. Ein statischer Store verliert schnell an Relevanz – Bestseller ändern sich, Sortimente wachsen, Saisonaktionen kommen und gehen. Plane mindestens vier Store-Updates pro Jahr: Q4-Hauptsaison, Sommer, Frühjahr und eine freie Slot für kurzfristige Kampagnen.
Schlechte Header-Bilder sind ein weiterer Schwachpunkt. Viele Seller verwenden Produktfotos mit weißem Hintergrund als Header – das wirkt generisch und baut kein Markenimage auf. Investiere in ein hochwertiges Lifestyle-Bild, das die Markenwelt zeigt. Kein Text im Bild: Auf mobilen Geräten ist er meist nicht lesbar.
Zu wenig Struktur ist genauso problematisch wie zu viel. Wer alle 80 Produkte auf einer einzigen Seite listet, überfordert den Kunden. Wer jedes Produkt auf eine eigene Unterseite packt, macht die Navigation unnötig komplex. Die Struktur sollte die Denkweise des Kunden widerspiegeln, nicht die des Sellers.
Mobile Optimierung nicht ignorieren: Mehr als 60 Prozent des Amazon-Traffics kommt von Smartphones. Jede Kachel, jedes Bild, jeder Text muss auf einem kleinen Screen funktionieren. Nutze die Mobile-Vorschau im Store Builder, bevor du einreichst – und prüfe den Store nach der Freischaltung selbst auf dem Smartphone.
- Store nach dem Launch nie aktualisieren → Relevanz sinkt, Conversion leidet
- Produktfotos als Header verwenden → generisch, kein Branding-Effekt
- Alle Produkte auf einer Seite → Kunden finden sich nicht zurecht
- Nur am Desktop entwickeln, nie mobil testen → schlechte UX für über 60 % der Besucher
- Keine Tags für externen Traffic → Analytics liefern keine verwertbaren Quelldaten
Häufige Fragen
Was kostet ein Amazon Brand Store?
Die Einrichtung und Nutzung eines Amazon Brand Stores ist kostenlos. Voraussetzung ist ein professioneller Verkaufsaccount und eine eingetragene Marke in der Amazon Brand Registry. Zusätzliche Kosten entstehen nur, wenn du Sponsored Brands Ads schaltest, die auf den Store verlinken.
Wie lange dauert die Genehmigung eines Brand Stores?
Amazon prüft neu eingereichte und aktualisierte Stores in der Regel innerhalb von ein bis drei Werktagen. Bei größeren Updates oder wenn Inhalte nicht den Richtlinien entsprechen, kann es länger dauern. Plane Änderungen daher nicht kurz vor einer wichtigen Kampagne ein.
Kann ich den Brand Store ohne Designerfahrung erstellen?
Ja. Der Store Builder arbeitet mit Drag & Drop und vorgefertigten Templates. Du brauchst kein technisches Wissen und keine Designsoftware. Was du brauchst: professionelle Produktfotos, ein sauberes Markenlogo und ein Lifestyle-Bild für den Header.
Wie viele Seiten kann ein Amazon Brand Store haben?
Es gibt kein offizielles Limit für die Seitenanzahl. Sinnvoll sind so viele Seiten, wie du für eine klare Navigation brauchst – typischerweise eine Startseite plus drei bis acht Kategorieseiten, ergänzt durch Unterseiten bei breitem Sortiment.
Kann ich externen Traffic auf den Brand Store leiten?
Ja. Die Store-URL funktioniert wie ein normaler Link und lässt sich überall verwenden – in Google Ads, auf Instagram, in E-Mail-Kampagnen oder auf einer Website. Für genaues Tracking nutze die Tag-Funktion im Store Builder, um Traffic-Quellen in den Analytics sauber zu trennen.
Werden im Brand Store Konkurrenzprodukte angezeigt?
Nein. Im Brand Store erscheinen keine Anzeigen anderer Marken und keine 'Ähnliche Artikel'-Empfehlungen. Der Store gehört dir allein – das ist einer der zentralen Vorteile gegenüber normalen Produktdetailseiten, auf denen Fremdwerbung Standard ist.
Brauche ich für jeden Amazon-Marktplatz einen eigenen Store?
Ja. Wenn du auf mehreren Amazon-Marktplätzen aktiv bist (z.B. DE, FR, IT), musst du für jeden Marktplatz einen eigenen Store anlegen. Inhalte und Struktur können ähnlich sein, müssen aber jeweils separat erstellt und genehmigt werden.
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