Der Search Query Performance Report (kurz SQP) ist ein Report in Amazon Brand Analytics, der dir pro echtem Kunden-Suchbegriff den kompletten Kauf-Funnel zeigt: wie oft der Begriff gesucht wird, wie oft deine Produkte dabei erscheinen, wie oft sie geklickt, in den Warenkorb gelegt und gekauft werden. Für jede dieser Stufen siehst du zusätzlich deinen eigenen Anteil im Vergleich zum Gesamtmarkt.
Das Besondere: Hier stehen keine geschätzten Zahlen aus einem externen Tool, sondern Amazons eigene Suchdaten. Du siehst also nicht nur, welche Begriffe theoretisch spannend sind, sondern wie Kunden nach der Suche tatsächlich weiterklicken und kaufen. Der Report deckt bis zu 1.000 der für deine Marke relevantesten Suchbegriffe ab.
Wichtig zur Abgrenzung: Es geht hier nicht um das Finden neuer Keywords und auch nicht ums Schreiben besserer Listings. Wenn du frische Suchbegriffe suchst, ist unser Guide zur Amazon-Keyword-Recherche der bessere Startpunkt. Der SQP-Report ist die Datenquelle, mit der du prüfst, was deine bestehenden Begriffe wirklich bringen.
Du brauchst eine im Amazon Brand Registry registrierte Marke und einen Seller-Central-Account mit Brand-Analytics-Zugriff. Ohne registrierte Marke siehst du den Report schlicht nicht. Das ist die harte Eintrittsschwelle.
Zusätzlich muss dein Nutzer die passende Berechtigung haben. Entweder du bist der Hauptadministrator des Seller-Central-Accounts oder der Admin hat dir explizit Zugriff auf Brand Analytics freigeschaltet. In größeren Teams ist genau das oft der Grund, warum jemand den Menüpunkt nicht findet.
Vendoren greifen über eine andere Oberfläche zu, die Logik der Kennzahlen ist aber vergleichbar. Für die meisten DACH-Seller ist der Weg über Seller Central und Brand Registry der Standard. Wer noch keine Marke registriert hat, sollte das ohnehin nachholen, weil daran auch A+ Content, Stores und Markenschutz hängen.
Der Report bildet die komplette Reise vom Suchbegriff bis zum Kauf ab. Jede Stufe erscheint zweimal: als Gesamtwert für den Markt und als dein Anteil daran. So erkennst du auf einen Blick, an welcher Stelle du Kunden gewinnst und wo du sie verlierst.
Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:
Die Marken-Ansicht bündelt alle Produkte deiner Marke zu einem Suchbegriff, die ASIN-Ansicht zeigt die Zahlen für ein einzelnes Produkt. Standardmäßig startet Amazon in der Marken-Ansicht, damit du das große Bild siehst.
Die Marken-Ansicht beantwortet die Frage: Wie stark ist meine Marke insgesamt bei diesem Begriff? Das ist ideal, um Prioritäten zu setzen und Begriffe zu finden, bei denen du im Markt viel oder wenig abgreifst.
Die ASIN-Ansicht geht eine Ebene tiefer. Hier siehst du, welcher konkrete Artikel bei einem Begriff performt und welcher nicht. Genau das brauchst du, wenn zwei ähnliche Produkte um denselben Suchbegriff konkurrieren oder du wissen willst, welche ASIN du mit Werbung pushen solltest. Wechsle je nach Frage bewusst zwischen beiden Ebenen.
Der Kaufanteil zeigt dir, welchen Prozentsatz aller Käufe zu einem Suchbegriff auf deine Marke oder deine ASIN entfällt. Er wird aus deinen Käufen im Verhältnis zu allen Käufen zu diesem Begriff gebildet. Das ist der ehrlichste Marktanteils-Indikator, den Amazon dir gibt.
Ein Beispiel-Muster: Du hast bei einem Begriff einen hohen Impression-Anteil, aber einen niedrigen Kaufanteil. Dann wirst du zwar gut ausgespielt, verlierst die Kunden aber vor oder beim Kauf, oft an Preis, Bewertungen oder das bessere Angebot der Konkurrenz. Umgekehrt bedeutet ein hoher Kaufanteil bei niedrigem Impression-Anteil: Du konvertierst stark, könntest aber mit mehr Sichtbarkeit deutlich mehr verkaufen.
Genau diese Lücken zwischen den Funnel-Stufen sind das eigentliche Gold im Report. Sie sagen dir nicht nur, dass etwas nicht rundläuft, sondern auch wo im Funnel du ansetzen musst. Statt pauschal am Listing zu schrauben, arbeitest du gezielt an der einen Stelle, die dich wirklich Umsatz kostet. Das spart Zeit und macht den Effekt deiner Änderungen messbar, weil du beim nächsten Report genau diese Kennzahl wieder kontrollierst.
Die Daten stehen typischerweise wöchentlich, monatlich und quartalsweise zur Verfügung. Eine Woche läuft bei Amazon von Sonntag bis Samstag, du kannst also keine krummen Zeiträume ziehen. Für saisonale Muster und langfristige Trends nutzt du Monats- und Quartalsansicht, für kurzfristige Reaktionen die Wochenansicht.
Wichtig ist der Datenverzug: Der Report ist nicht tagesaktuell. Nach gängiger Praxis liegt die jüngste vollständige Periode einige Wochen zurück (Stand 2026, im Zweifel in Seller Central prüfen). Plane das ein, der SQP-Report ist ein Werkzeug für strategische Auswertung, nicht fürs Tagesgeschäft.
Der eigentliche Wert entsteht im Vergleich über die Zeit. Wenn du dieses Quartal mit dem letzten vergleichst, siehst du, ob du bei deinen Kern-Begriffen Marktanteil gewinnst oder verlierst, lange bevor sich das im reinen Umsatz zeigt.
Der Report ist eine Diagnose, keine Umsetzung. Die eigentliche Arbeit passiert danach an Listing und Kampagnen, und der SQP zeigt dir genau, wo du ansetzt. Die Funnel-Stufe, an der es hakt, verrät dir die Maßnahme.
Schwacher Klick-Anteil trotz vieler Impressions heißt: Deine Kunden sehen dich, klicken aber nicht. Das ist ein Fall für Hauptbild, Titel und Preis. Wie du dein Listing gezielt darauf trimmst, steht in unserem Guide zur Amazon-Listing-Optimierung. Bricht der Funnel erst zwischen Warenkorb und Kauf, schau dir Preis, Versand, Bewertungen und Wettbewerbsangebote an.
Fürs PPC ist der Report Gold: Begriffe mit hohem Kaufanteil und guter Conversion sind Kandidaten für mehr Budget, Begriffe mit hohem Impression-Anteil aber schwacher Conversion solltest du kritisch prüfen. Wie ein KI-Agent solche Muster in deinen Kampagnen automatisch aufgreift, zeigt unser Beitrag zum KI-gestützten Amazon-Ads-Management.
Und der Preis? Wenn der Kaufanteil bei einem starken Begriff einbricht, ist oft die Konkurrenz gerade günstiger. Ein automatischer Sellercore Repricer hält dich hier wettbewerbsfähig, ohne dass du ständig manuell nachjustierst.
Der Search Query Performance Report ist die ehrlichste Suchdatenquelle, die Amazon markenregistrierten Sellern gibt. Statt geschätzter Volumina bekommst du echte Impressions, Klicks, Warenkorb-Adds, Käufe und deinen Anteil daran, aufgeschlüsselt bis auf die einzelne ASIN. Die Lücken zwischen den Funnel-Stufen sagen dir präzise, ob dein Problem bei Sichtbarkeit, Klick, Angebot oder Preis liegt.
Der Haken: Diese Daten regelmäßig zu ziehen, zu vergleichen und in konkrete Maßnahmen an Listing und Kampagnen zu übersetzen, kostet Zeit. Genau da setzt der Sellercore KI-Agent an. Er verknüpft deine Performance-Daten mit Listing- und Ads-Optimierung und schlägt dir vor, wo du zuerst anpacken solltest, damit aus dem Report echte Umsätze werden statt einer weiteren Tabelle.