Strategie

Repricing ohne Race to Bottom: So schützt du deine Margen

Amko Amko by Sellercore
10. Januar 2025 5 Min. Lesezeit

"Race to Bottom" ist der Albtraum jedes Amazon Sellers: Alle unterbieten sich gegenseitig, bis niemand mehr Gewinn macht. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du mit intelligentem Repricing die Buy Box gewinnst, ohne deine Margen zu zerstören.

Das Problem mit aggressivem Repricing

Viele Seller stellen ihren Repricer auf "immer 1 Cent günstiger" und hoffen auf mehr Verkäufe. Das funktioniert kurzfristig, aber langfristig passiert Folgendes:

  • Alle Wettbewerber machen dasselbe
  • Die Preise fallen in Richtung Minimum
  • Margen werden zerstört
  • Keiner gewinnt wirklich
Typisches Szenario: Ein Produkt startet bei 29,99€. Nach 2 Wochen aggressivem Repricing liegt es bei 19,99€. Die Marge? Praktisch bei null.

Intelligente Repricing-Strategien

Strategie 1: Mindestpreis mit Marge

Der wichtigste Schritt: Definiere einen Mindestpreis, der deine gewünschte Marge garantiert. Unterhalb dieses Preises sollte dein Repricer niemals gehen.

// Mindestpreis-Berechnung
Mindestpreis = Einkaufspreis + FBA-Gebühren + Amazon-Fee (15%) + Gewünschte Marge

// Beispiel:
EK: 10€ + FBA: 3€ + Fee: 3€ + Marge: 4€ = 20€ Mindestpreis

Strategie 2: Selective Competition

Nicht alle Wettbewerber sind echte Konkurrenten. Ein smarter Repricer erlaubt dir, bestimmte Seller zu ignorieren:

  • FBM-Seller: Als FBA-Seller hast du automatisch Vorteile, du musst nicht jeden FBM-Preis unterbieten
  • Low-Rating Seller: Seller mit schlechten Bewertungen sind keine echte Konkurrenz für die Buy Box
  • Out-of-Stock Seller: Wer kein Inventar hat, ist keine Konkurrenz
Pro-Tipp: Fokussiere dich nur auf die Top 3 Wettbewerber mit FBA und gutem Rating. Der Rest ist irrelevant für die Buy Box.

Strategie 3: Preis-Korridore

Statt "immer günstiger" nutze Preis-Korridore:

// Preis-Korridor Regel
IF Konkurrenz-Preis > 25€
  THEN Mein Preis = Konkurrenz - 0,50€

IF Konkurrenz-Preis zwischen 20-25€
  THEN Mein Preis = Konkurrenz - 0,10€

IF Konkurrenz-Preis < 20€
  THEN Mein Preis = Mindestpreis (nicht unterbieten!)

Strategie 4: Zeitbasiertes Repricing

Die Nachfrage schwankt im Tagesverlauf. Nutze das:

  • Morgens (6-10 Uhr): Normale Preise
  • Mittags (12-14 Uhr): Leicht höhere Preise (Lunch-Shopping)
  • Abends (18-22 Uhr): Prime-Zeit, höhere Preise möglich
  • Nachts: Standardpreise

Praktische Regel-Templates

Template 1: Konservativ (Margen-fokussiert)

// Konservatives Repricing
Mindestpreis: EK + 30% Marge
Maximalpreis: Mindestpreis + 40%
Unterbieten um: 0,01€
Ignoriere: FBM-Seller, Rating < 95%, Out-of-Stock

Template 2: Aggressiv (Volume-fokussiert)

// Aggressives Repricing (nur für Hochdreher)
Mindestpreis: EK + 15% Marge
Maximalpreis: Mindestpreis + 20%
Unterbieten um: 0,05€
Ignoriere: Nur Out-of-Stock Seller

Template 3: Premium (Marken-fokussiert)

// Premium Repricing für Markenprodukte
Mindestpreis: UVP - 10%
Maximalpreis: UVP
Unterbieten: Nie unter Mindestpreis
Strategie: Buy Box durch besseren Service, nicht durch Preis

Wann du die Buy Box aufgeben solltest

Manchmal ist es besser, die Buy Box nicht zu gewinnen:

  • Wenn der Preis unter deinem Break-Even liegt - Kein Verkauf ist besser als Verlust
  • Bei temporären Dumping-Aktionen - Warte ab, bis der Wettbewerber ausverkauft ist
  • Bei neuen aggressiven Sellern - Sie werden ihre Strategie oft schnell anpassen
Wichtig: Lieber weniger Verkäufe mit guter Marge als viele Verkäufe ohne Gewinn. Dein Ziel ist profitables Wachstum.

Fazit

Intelligentes Repricing bedeutet nicht "immer am günstigsten", sondern:

  1. Mindestpreise definieren, die deine Marge schützen
  2. Wettbewerber filtern auf relevante Konkurrenz
  3. Preis-Korridore nutzen statt linearem Unterbieten
  4. Manchmal verzichten auf die Buy Box

Mit dem Sellercore Repricer kannst du all diese Strategien umsetzen und deine Margen schützen.

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