Strategie

Saisonales Repricing: Strategien für Q4 und Prime Day

SC
Sellercore Team
10. Dezember 2024 7 Min. Lesezeit

Peak-Zeiten wie Q4 und Prime Day können über den Jahreserfolg entscheiden. Mit der richtigen saisonalen Repricing-Strategie maximierst du Umsatz und Marge – ohne in einen Race to Bottom zu geraten.

Der Amazon Jahreskalender

Diese Events bestimmen die wichtigsten Repricing-Phasen:

?? Prime Day

Juli

48 Stunden Highspeed-Verkauf. Hier entscheidet schnelles Repricing über Millionen-Umsätze. Vorbereitung startet 4 Wochen vorher.

?? Prime Big Deal Days

Oktober

Der "zweite Prime Day" – oft unterschätzt, aber mit starkem Potenzial. Perfekt für Q4-Vorbereitung.

?? Black Friday / Cyber Monday

November

Die umsatzstärkste Woche des Jahres. Hier zählt jeder Cent beim Pricing. Fehler kosten richtig Geld.

?? Weihnachtsgeschäft

Dezember

Dezember 1-20: Premium-Preise möglich. Ab dem 21.: Letzter Rush mit Express-Versand-Aufschlag.

Q4 Repricing-Strategie

Das vierte Quartal ist anders als der Rest des Jahres. Die Nachfrage explodiert, aber auch der Wettbewerb. So navigierst du erfolgreich:

Phase 1: Vorbereitung (Oktober)

  • Bestandsanalyse: Welche Produkte werden knapp? Welche haben Überbestand?
  • Mindestmargen festlegen: Definiere absolute Untergrenzen für jedes SKU
  • Wettbewerber-Mapping: Wer sind deine Hauptkonkurrenten pro Produkt?
  • Repricing-Regeln testen: Simuliere verschiedene Szenarien

Phase 2: Black Week (November)

  • Aggressive Akquise: Erste 2 Tage mit niedrigeren Preisen für Ranking
  • Marge optimieren: Ab Tag 3 schrittweise Preise anheben
  • Out-of-Stock monitoren: Konkurrenten ohne Bestand = Premium-Preise möglich
Achtung: Amazon überwacht "Price Gouging" besonders streng in Q4. Halte deine Preise im historischen Rahmen (max. +30% zum 30-Tage-Durchschnitt), sonst droht Listing-Suppression.

Phase 3: Weihnachts-Endspurt (Dezember)

  • Express-Premium: Ab dem 15.12. können Express-fähige Produkte höhere Preise verlangen
  • Letzte-Chance-Käufer: 18.-22.12. sind die wertvollsten Tage
  • Abverkauf: Ab 23.12. beginnt der Retouren-Stau – Bestand abbauen

Prime Day Strategien

Prime Day ist ein Sprint, kein Marathon. 48 Stunden entscheiden über Wochen an Vorbereitung.

2 Wochen vorher

  • Deal-Produkte identifizieren und Lagerbestand sicherstellen
  • Repricing-Regeln für Prime Day erstellen (separate Regelsets)
  • Mindestmargen für den Event festlegen

Tag des Events

Prime Day Repricing-Taktik

1
Stunde 0-6: Aggressiver Einstieg
Niedrigere Preise für Ranking-Boost und frühe Buy Box
2
Stunde 6-24: Marge optimieren
Schrittweise Preise erhöhen, Wettbewerber-Bestände monitoren
3
Stunde 24-48: Abschluss-Phase
Premium-Preise bei knappen Beständen, Restbestände managen

Saisonale Regel-Templates

Hier sind bewährte Repricing-Regeln für verschiedene saisonale Szenarien:

Q4 High-Demand Template
WENN Saison = "Q4"
  UND Nachfrage > 150% (vs. Durchschnitt)
  UND Buy_Box_Rate < 70%
DANN:
  Preis = MIN(
    Wettbewerber_Min - 0.01€,
    Eigener_Preis * 0.95
  )
  Untergrenze = Mindestmarge_Q4 (15%)

AUSSER:
  Bestand < 7 Tage Reichweite
  → Dann Preis = Wettbewerber_Min + 5%
Prime Day Rush Template
WENN Event = "Prime_Day"
  UND Stunde < 12
DANN:
  Modus = "Aggressiv"
  Preis = Wettbewerber_Min - 0.02€
  Min_Marge = 10%

WENN Event = "Prime_Day"
  UND Stunde >= 12
  UND Bestand < 3 Tage
DANN:
  Modus = "Premium"
  Preis = Wettbewerber_Avg + 3%
  Min_Marge = 20%

Häufige Fehler vermeiden

Diese Fehler kosten Seller in der Hochsaison bares Geld:

Keine Mindestmargen definiert
Im Chaos des Events werden Produkte unter Einkaufspreis verkauft
Repricing während des Events anpassen
Änderungen brauchen Zeit zum Einpegeln – vorher testen!
Bestandsknappheit ignorieren
Bei niedrigem Bestand Preise erhöhen, nicht senken

Fazit

Saisonales Repricing ist kein "Set and Forget". Die wichtigsten Punkte:

  1. Pläne voraus: Mindestens 4 Wochen vor jedem Event vorbereiten
  2. Definiere Grenzen: Mindestmargen sind nicht verhandelbar
  3. Teste Regeln: Simuliere vor dem Event, nicht während
  4. Beobachte den Markt: Wettbewerber-Bestände sind dein bester Indikator
  5. Automatisiere: Manuelle Preisanpassungen in Peak-Zeiten sind unmöglich

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