Jede Woche passiert im Amazon-Universum mehr als man mitbekommt. Deshalb fassen wir ab sofort die wichtigsten News für euch zusammen. Diese Woche: Amazon schlägt mit einem Kraftstoffzuschlag zu, das Bundeskartellamt greift durch, Commingling ist Geschichte und KI verändert gleich an mehreren Fronten die Spielregeln.
1Amazon führt 3,5% Kraftstoffzuschlag auf FBA-Gebühren ein
Ab dem 17. April 2026 erhebt Amazon einen Kraftstoff- und Logistikzuschlag von 3,5% auf alle FBA-Fulfillment-Gebühren in den USA und Kanada. Das entspricht durchschnittlich ca. $0,17 (etwa 0,15 EUR) pro versendeter Einheit, abhängig von der Produktgröße.
Betroffen sind auch Multi-Channel-Fulfillment (ab 2. Mai) und Buy with Prime (ab 2. Mai). Amazon begründet den Zuschlag mit gestiegenen Energiekosten durch geopolitische Spannungen. Historisch gesehen verschwinden solche Zuschläge bei Amazon allerdings nie wieder.
2Bundeskartellamt verhängt 59-Millionen-Euro-Strafe gegen Amazon
Das Bundeskartellamt hat Amazon verboten, die Preisgestaltung von Drittanbieter-Sellern auf dem Marketplace zu beeinflussen, und eine Gewinnabschöpfung von 59 Millionen Euro angeordnet.
Amazon hält ca. 60% des deutschen Online-Handels und nutzte intransparente Regeln, die Sellern die Sichtbarkeit ihrer Angebote entzogen, wenn die Preise nicht Amazons Vorstellungen entsprachen. Das Urteil basiert auf §19a GWB sowie EU-Wettbewerbsrecht.
3Amazon beendet Commingling: Neue FNSKU-Pflicht seit 31. März
Amazon hat das Commingling-Programm zum 31. März 2026 beendet. Das bedeutet: Die Praxis, Lagerbestände verschiedener Seller für identische Produkte zu mischen, gehört der Vergangenheit an.
Reseller müssen nun zwingend FNSKU-Barcodes auf allen Einheiten verwenden. Brand-Owner mit Brand Registry können hingegen ihre Hersteller-Barcodes (UPC/EAN) beibehalten, da Amazon dafür "Virtual Tracking" nutzt.
4Amazon launcht KI-"Canvas" im Seller Central
Amazon hat einen KI-gesteuerten "Dynamic Canvas" im Seller Central ausgerollt: Seller können auf natürlichsprachliche Prompts hin personalisierte, interaktive Dashboards generieren. Das Tool liefert Verkaufsdaten, Kampagnenauswertungen, Lagerplanung und Produktchancen auf Knopfdruck.
Das System läuft auf Amazon Bedrock und nutzt unter anderem Anthropics Claude. US und UK sind seit Anfang März live, der EU-Rollout ist für Q2 2026 angekündigt. Kosten: keine zusätzlichen Gebühren.
5Alibaba Accio überschreitet 10 Mio. Nutzer
Alibabas KI-Sourcing-Agent "Accio" hat im März 2026 die Marke von 10 Millionen monatlichen Nutzern überschritten. Das Tool ermöglicht es Sellern, in Minuten Produkte zu recherchieren, Lieferanten zu finden und Spezifikationen zu verhandeln.
Ein konkretes Beispiel: Ein Nutzer reduzierte seine Produktionskosten von $17 auf $2,50 pro Einheit. Alibaba hat zudem den "Accio Work"-Agenten gelauncht, der in 30 Minuten komplette Online-Shops aufbaut.
6Amazon Seller Wallet jetzt in Deutschland und 6 weiteren EU-Märkten
Amazon hat den "Seller Wallet"-Service auf sieben europäische Marktplätze ausgeweitet, darunter Deutschland, Belgien, Irland, Niederlande und Spanien.
Seller können Verkaufserlöse in der Wallet halten und Einzel- oder automatische Auszahlungen (wöchentlich, zweiwöchentlich, monatlich) einrichten. Kein erzwungener sofortiger Transfer mehr auf das Bankkonto. Der Service unterstützt Euro-Konten für alle EU-Seller.
7Visa & Mastercard treiben "Agentic Commerce" voran
Visa und Mastercard haben neue Produkte für "Agentic Commerce" angekündigt: KI-Agenten, die im Auftrag von Konsumenten autonom einkaufen und bezahlen. Visa stellt APIs für Zahlungsintegration in KI-Agenten bereit, Mastercard erweitert sein Agentic-Netzwerk und arbeitet mit OpenAI, Google und Cloudflare zusammen.
McKinsey schätzt, dass KI-Agenten bis 2030 für $1 Billion US-Transaktionen verantwortlich sein werden. Visa rechnet mit Mainstream-Nutzung bereits zur Weihnachtssaison 2026.
Fazit: Was diese Woche wichtig war
Die Woche zeigt einen klaren Trend: Amazon wird teurer (Kraftstoffzuschlag), aber auch fairer (Kartellamt-Urteil, Ende von Commingling) und smarter (KI-Canvas, Seller Wallet). Gleichzeitig verändert KI die gesamte E-Commerce-Landschaft fundamental, von Sourcing (Alibaba Accio) bis zum Bezahlen (Agentic Commerce).
Unser Tipp: Margen jetzt durchrechnen, FNSKU-Prozesse prüfen und die eigenen Produktdaten auf Vordermann bringen. Wer sich jetzt vorbereitet, profitiert als Erster von den neuen Tools.
Immer auf dem Laufenden bleiben?
Sellercore hilft dir, dein Amazon-Business zu optimieren. Mit KI-gestütztem Repricing, Ads-Automatisierung und mehr.
Jetzt kostenlos testen