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Sellercore Wochenupdate KW 15/2026: Kraftstoffzuschlag, Kartellamt-Strafe & KI-Canvas

Amko Amko by Sellercore
7. April 2026 8 Min. Lesezeit

Jede Woche passiert im Amazon-Universum mehr als man mitbekommt. Deshalb fassen wir ab sofort die wichtigsten News für euch zusammen. Diese Woche: Amazon schlägt mit einem Kraftstoffzuschlag zu, das Bundeskartellamt greift durch, Commingling ist Geschichte und KI verändert gleich an mehreren Fronten die Spielregeln.

Sellercore Wochenupdate KW 15/2026
Amko erklärt die News der Woche

1Amazon führt 3,5% Kraftstoffzuschlag auf FBA-Gebühren ein

Ab dem 17. April 2026 erhebt Amazon einen Kraftstoff- und Logistikzuschlag von 3,5% auf alle FBA-Fulfillment-Gebühren in den USA und Kanada. Das entspricht durchschnittlich ca. $0,17 (etwa 0,15 EUR) pro versendeter Einheit, abhängig von der Produktgröße.

Betroffen sind auch Multi-Channel-Fulfillment (ab 2. Mai) und Buy with Prime (ab 2. Mai). Amazon begründet den Zuschlag mit gestiegenen Energiekosten durch geopolitische Spannungen. Historisch gesehen verschwinden solche Zuschläge bei Amazon allerdings nie wieder.

Relevanz für DACH-Seller: Der Zuschlag gilt zunächst nur für USA/Kanada. Erfahrungsgemäß folgen ähnliche Mechanismen für EU-Marktplätze zeitversetzt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die eigenen Margenkalkulationen zu überprüfen.

2Bundeskartellamt verhängt 59-Millionen-Euro-Strafe gegen Amazon

Das Bundeskartellamt hat Amazon verboten, die Preisgestaltung von Drittanbieter-Sellern auf dem Marketplace zu beeinflussen, und eine Gewinnabschöpfung von 59 Millionen Euro angeordnet.

Amazon hält ca. 60% des deutschen Online-Handels und nutzte intransparente Regeln, die Sellern die Sichtbarkeit ihrer Angebote entzogen, wenn die Preise nicht Amazons Vorstellungen entsprachen. Das Urteil basiert auf §19a GWB sowie EU-Wettbewerbsrecht.

Relevanz für DACH-Seller: Direkte Auswirkung auf DE/AT-Seller: Amazon muss seine Preiskontrollmechanismen anpassen, was potenziell mehr Pricing-Freiheit für Seller bedeutet.

3Amazon beendet Commingling: Neue FNSKU-Pflicht seit 31. März

Amazon hat das Commingling-Programm zum 31. März 2026 beendet. Das bedeutet: Die Praxis, Lagerbestände verschiedener Seller für identische Produkte zu mischen, gehört der Vergangenheit an.

Reseller müssen nun zwingend FNSKU-Barcodes auf allen Einheiten verwenden. Brand-Owner mit Brand Registry können hingegen ihre Hersteller-Barcodes (UPC/EAN) beibehalten, da Amazon dafür "Virtual Tracking" nutzt.

Achtung: Die Deadline gilt für den Eingang im Fulfillment Center, nicht für die Erstellung des Shipments. Seller, die noch ohne FNSKU-Labels an EU-Fulfillment-Center liefern, riskieren Abweisungen.

4Amazon launcht KI-"Canvas" im Seller Central

Amazon hat einen KI-gesteuerten "Dynamic Canvas" im Seller Central ausgerollt: Seller können auf natürlichsprachliche Prompts hin personalisierte, interaktive Dashboards generieren. Das Tool liefert Verkaufsdaten, Kampagnenauswertungen, Lagerplanung und Produktchancen auf Knopfdruck.

Das System läuft auf Amazon Bedrock und nutzt unter anderem Anthropics Claude. US und UK sind seit Anfang März live, der EU-Rollout ist für Q2 2026 angekündigt. Kosten: keine zusätzlichen Gebühren.

Relevanz für DACH-Seller: Sobald der EU-Rollout erfolgt, erhalten DE/AT/CH-Seller ein mächtiges, kostenloses Analysetool direkt in Seller Central. Jetzt schon ein Grund, die eigenen Daten sauber zu pflegen.
Amko findet das gut

5Alibaba Accio überschreitet 10 Mio. Nutzer

Alibabas KI-Sourcing-Agent "Accio" hat im März 2026 die Marke von 10 Millionen monatlichen Nutzern überschritten. Das Tool ermöglicht es Sellern, in Minuten Produkte zu recherchieren, Lieferanten zu finden und Spezifikationen zu verhandeln.

Ein konkretes Beispiel: Ein Nutzer reduzierte seine Produktionskosten von $17 auf $2,50 pro Einheit. Alibaba hat zudem den "Accio Work"-Agenten gelauncht, der in 30 Minuten komplette Online-Shops aufbaut.

Relevanz für DACH-Seller: KI-gestütztes Produktsourcing wird zum Standard. Seller, die dieses Tool noch nicht kennen, verpassen potenzielle Kostenvorteile.

6Amazon Seller Wallet jetzt in Deutschland und 6 weiteren EU-Märkten

Amazon hat den "Seller Wallet"-Service auf sieben europäische Marktplätze ausgeweitet, darunter Deutschland, Belgien, Irland, Niederlande und Spanien.

Seller können Verkaufserlöse in der Wallet halten und Einzel- oder automatische Auszahlungen (wöchentlich, zweiwöchentlich, monatlich) einrichten. Kein erzwungener sofortiger Transfer mehr auf das Bankkonto. Der Service unterstützt Euro-Konten für alle EU-Seller.

Tipp: Besonders hilfreich für Seller mit mehreren EU-Marktplätzen: Besseres Cash-Flow-Management und flexiblere Auszahlungsoptionen.

7Visa & Mastercard treiben "Agentic Commerce" voran

Visa und Mastercard haben neue Produkte für "Agentic Commerce" angekündigt: KI-Agenten, die im Auftrag von Konsumenten autonom einkaufen und bezahlen. Visa stellt APIs für Zahlungsintegration in KI-Agenten bereit, Mastercard erweitert sein Agentic-Netzwerk und arbeitet mit OpenAI, Google und Cloudflare zusammen.

McKinsey schätzt, dass KI-Agenten bis 2030 für $1 Billion US-Transaktionen verantwortlich sein werden. Visa rechnet mit Mainstream-Nutzung bereits zur Weihnachtssaison 2026.

Relevanz für DACH-Seller: Strukturelle Verschiebung für Listings und SEO: Wenn KI-Agenten einkaufen, zählen strukturierte Produktdaten (Titel, Attribute, Beschreibungen) noch mehr als bisher.
Amko denkt nach

Fazit: Was diese Woche wichtig war

Die Woche zeigt einen klaren Trend: Amazon wird teurer (Kraftstoffzuschlag), aber auch fairer (Kartellamt-Urteil, Ende von Commingling) und smarter (KI-Canvas, Seller Wallet). Gleichzeitig verändert KI die gesamte E-Commerce-Landschaft fundamental, von Sourcing (Alibaba Accio) bis zum Bezahlen (Agentic Commerce).

Unser Tipp: Margen jetzt durchrechnen, FNSKU-Prozesse prüfen und die eigenen Produktdaten auf Vordermann bringen. Wer sich jetzt vorbereitet, profitiert als Erster von den neuen Tools.

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