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Amazon Gebührenerhöhung 2025: Alle Änderungen im Überblick

Amazon hat Ende 2024 die neue Gebührenstruktur für 2025 kommuniziert. Wir zeigen dir alle Änderungen bei Versand- und Lagergebühren, die neue Niedrigpreis-Gebühr und wie du deine Kalkulation rechtzeitig bis Februar 2025 anpasst.

MK
Markus Klein
Head of Content
5. Dez 2024 · 8 Min. Lesezeit
Illustration einer steigenden Kostenkurve neben FBA-Paketen und einem Lagerregal, Symbol für die Amazon-Gebührenerhöhung 2025
Das Wichtigste in Kürze
  • Ab 1. Februar 2025 steigen die FBA-Versandgebühren um durchschnittlich 4-6% und die Lagergebühren um 5-10% – in Q4 sogar um 10%.
  • Neu ist eine Niedrigpreis-Gebühr von 0,25 € pro Einheit für alle Produkte unter 10 € Verkaufspreis – prozentual trifft das günstige Artikel besonders hart.
  • Wer bis Februar seine Kalkulation aktualisiert, Preise um 2-4% anpasst und Mindestmargen erhöht, fängt die Erhöhungen ohne Margenverlust auf.

Amazon kündigt die Gebührenstruktur 2025 an

Amazon hat die Gebührenstruktur für 2025 angekündigt. Wie jedes Jahr gibt es Änderungen, die deine Kalkulation direkt betreffen. In diesem Artikel bekommst du Ende 2024 den vollständigen Überblick mit konkreten Handlungsempfehlungen, damit du gut vorbereitet ins neue Jahr startest.

Wichtig: Die neuen Gebühren gelten ab dem 1. Februar 2025. Du hast also noch einige Wochen Zeit, deine Preise und Kalkulationen anzupassen. Genau diese Vorlaufzeit solltest du nutzen – denn viele der Änderungen wirken auf den ersten Blick klein, summieren sich über dein gesamtes Sortiment aber schnell zu einem spürbaren Betrag.

Die diesjährige Anpassung folgt einem Muster, das Seller aus den Vorjahren kennen: moderate Erhöhungen bei den Standard-Versandgebühren, deutlichere Aufschläge bei den Lagergebühren – vor allem im vierten Quartal – und mindestens eine neue Gebührenart, die zusätzliche Aufmerksamkeit verlangt. Sehen wir uns die Details an.

Übersicht der wichtigsten Änderungen für Deutschland

Die folgende Tabelle fasst die zentralen Gebührenänderungen für den deutschen Marktplatz zusammen. Sie zeigt den Vergleich zwischen den 2024 gültigen Sätzen und den ab Februar 2025 geltenden Werten:

1
Versandgebühr (Standardgröße, bis 250g)
3,07 € → 3,22 € (+4,9%)
2
Versandgebühr (Standardgröße, 250-500g)
3,42 € → 3,58 € (+4,7%)
3
Versandgebühr (Standardgröße, 500-1000g)
4,25 € → 4,49 € (+5,6%)
4
Lagergebühr Jan-Sep (pro m³/Monat)
26,00 € → 27,30 € (+5,0%)
5
Lagergebühr Okt-Dez (pro m³/Monat)
36,00 € → 39,60 € (+10,0%)
6
Verkaufsgebühr (Referral Fee)
15% → 15% (keine Änderung)
7
FBA Rücksendegebühr
2,50 € → 2,75 € (+10,0%)
Referral Fee bleibt stabil
Eine gute Nachricht vorweg: Die Verkaufsgebühr (Referral Fee) von 15% in den meisten Kategorien bleibt 2025 unverändert. Die Erhöhungen betreffen vor allem die logistiknahen Gebühren – also Versand, Lager und Rücksendungen.

Versandgebühren im Detail

Die FBA-Versandgebühren steigen 2025 durchschnittlich um 4-6%. Damit liegt die Erhöhung im Rahmen der Vorjahre, trifft aber je nach Produktgewicht unterschiedlich stark. Besonders betroffen sind Standardgröße-Produkte.

Bei leichten Produkten bis 250g kommt ein Aufschlag von etwa 0,15 € pro Einheit hinzu. Mittlere Produkte im Bereich 250-1000g verteuern sich um rund 0,16-0,24 € pro Einheit. Bei schweren Produkten über 1kg musst du mit einem Plus von ungefähr 0,30-0,50 € pro Einheit rechnen.

Bei übergroßen Produkten (über 45x34x26cm oder über 12kg) fallen die Erhöhungen prozentual geringer aus, sind absolut aber oft höher. Die Gebühren steigen hier um circa 3-4%. Wenn du viele Oversize-Artikel führst, lohnt sich ein genauer Blick auf die absoluten Beträge – prozentuale Angaben täuschen bei großen Ausgangswerten schnell über die tatsächliche Belastung hinweg.

Ein oft unterschätzter Hebel ist die Verpackung: Manchmal reicht schon eine geringfügig kleinere Verpackung, um in eine günstigere Größen- oder Gewichtskategorie zu fallen. Da die Gebühr an festen Schwellenwerten hängt, kann ein einziges eingespartes Gramm oder ein Zentimeter über der Grenze den Unterschied zwischen zwei Preisstufen ausmachen.

Verpackung optimieren
Prüfe, ob du Verpackungen optimieren kannst. Wer knapp über einer Gewichts- oder Maßgrenze liegt, zahlt unnötig die höhere Gebührenstufe. Schon kleine Anpassungen an Karton, Füllmaterial oder Produktverpackung können dich in eine günstigere Kategorie bringen.

Lagergebühren: Vorsicht besonders in Q4

Die Lagergebühren steigen 2025 spürbar – und besonders im vierten Quartal. Von Januar bis September zahlst du künftig 27,30 € pro m³ und Monat, ein Plus von 5% gegenüber 2024. Von Oktober bis Dezember klettert der Satz auf 39,60 € pro m³ und Monat – das sind 10% mehr als im Vorjahr.

Gerade die Q4-Erhöhung hat es in sich: In genau der Zeit, in der du für das Weihnachtsgeschäft aufstockst, wird die Lagerfläche am teuersten. Wer hier zu früh oder zu viel einlagert, zahlt doppelt – einmal durch den höheren Satz und einmal durch die längere Verweildauer.

Die Langzeitlagergebühren für Bestand über 365 Tage bleiben 2025 dagegen unverändert. Für Bestand zwischen 271 und 365 Tagen fallen weiterhin 170 € pro m³ an. Für Bestand über 365 Tage sind es 340 € pro m³ oder 0,10 € pro Einheit – je nachdem, welcher Betrag höher ist. Diese Sätze sind bewusst abschreckend hoch: Amazon will Lagerflächen für schnell drehende Ware freihalten.

Überbestand wird teurer
Mit den höheren Q4-Lagergebühren wird Überbestand noch teurer. Plane deine Q4-Bestellungen sorgfältig, staffle Anlieferungen und vermeide Langzeit-Lagerung. Ein Artikel, der von Oktober bis Dezember im Regal liegt, ohne sich zu verkaufen, frisst 2025 deutlich mehr Marge als noch 2024.

Neue Gebührenarten 2025

Neben den prozentualen Anpassungen führt Amazon 2025 auch neue Gebühren ein. Die wichtigste davon ist die Niedrigpreis-Gebühr (Low-Price Fee).

Für Produkte unter 10 € Verkaufspreis wird künftig eine zusätzliche Gebühr von 0,25 € pro Einheit erhoben. Diese soll laut Amazon die gestiegenen Handlingkosten für günstige Artikel abdecken. Das klingt nach wenig – prozentual trifft es günstige Produkte aber am härtesten, weil sich die feste Gebühr auf einen kleinen Verkaufspreis bezieht.

Die folgenden Werte sind Beispielrechnungen, die zeigen, wie stark die Niedrigpreis-Gebühr je nach Preispunkt ins Gewicht fällt:

1
Produkt mit 9,99 € Verkaufspreis (Beispielwert)
+2,5% Zusatzgebühr
2
Produkt mit 5,99 € Verkaufspreis (Beispielwert)
+4,2% Zusatzgebühr
3
Produkt mit 3,99 € Verkaufspreis (Beispielwert)
+6,3% Zusatzgebühr
Nachhaltigkeits-Zuschlag angekündigt
Ab Q2 2025 plant Amazon zusätzlich einen optionalen Nachhaltigkeits-Zuschlag für Seller, die das Climate Pledge Friendly Badge nicht erfüllen. Die genauen Details werden noch bekannt gegeben – verbindlich ist am Ende, was in deinem Seller Central steht. Behalte die offiziellen Ankündigungen im Blick.

Was bedeuten die Änderungen für deine Marge?

Isoliert betrachtet wirken die einzelnen Erhöhungen überschaubar. Entscheidend ist aber die Summe: Ein Standardprodukt bis 250g zahlt allein bei der Versandgebühr 0,15 € mehr. Liegt der Verkaufspreis unter 10 €, kommt die Niedrigpreis-Gebühr von 0,25 € hinzu – zusammen also 0,40 € pro Einheit. Bei einem Artikel für 8 € entspricht das schon 5% des Verkaufspreises, nur durch zwei Gebührenänderungen.

Rechne dieses Muster über dein gesamtes Sortiment und über tausende verkaufte Einheiten pro Monat hoch, und aus vermeintlich kleinen Cent-Beträgen wird schnell ein vierstelliger Betrag, der deiner Jahresmarge fehlt. Genau deshalb lohnt es sich, jede SKU einzeln durchzurechnen, statt pauschal von einer moderaten Erhöhung auszugehen.

Am stärksten betroffen sind zwei Gruppen: erstens Seller mit vielen günstigen Artikeln unter 10 €, die die Niedrigpreis-Gebühr voll trifft, und zweitens Seller mit hohem Q4-Bestand, für die die 10% höheren Lagergebühren im wichtigsten Quartal des Jahres greifen. Wenn du in einer dieser Gruppen bist, hat das Thema für dich Priorität.

Die folgenden Rechenbeispiele dienen nur der Veranschaulichung – deine tatsächlichen Zahlen hängen von Produktgröße, Gewicht, Preis und Lagerdauer ab. Verbindlich ist immer die Gebührenübersicht in deinem Seller Central.

Handlungsempfehlungen: So bereitest du dich vor

Die gute Nachricht: Du hast bis Februar 2025 Zeit, dich vorzubereiten. Diese fünf Schritte helfen dir, die Erhöhungen aufzufangen, ohne deine Margen zu opfern.

1
1. Kalkulation aktualisieren
Aktualisiere deine Produktkalkulation mit den neuen Gebühren. So siehst du sofort, welche SKUs betroffen sind und wie stark.
2
2. Preise anpassen
Erhöhe deine Verkaufspreise entsprechend, um deine Margen zu halten. Durchschnittlich sind 2-4% Preiserhöhung nötig – bei günstigen Artikeln unter 10 € eher mehr.
3
3. Mindestmargen im Repricer erhöhen
Passe die Mindestmargen in deinem Repricer an, damit die neuen Gebühren einkalkuliert sind und der Automatismus dich nicht in die Verlustzone verkauft.
4
4. Portfolio bereinigen
Produkte mit sehr niedrigen Margen werden durch die Erhöhungen möglicherweise unprofitabel. Prüfe kritisch, welche SKUs noch Sinn machen.
5
5. Bestandsmanagement optimieren
Mit den höheren Lagergebühren wird Überbestand noch teurer. Implementiere ein stringentes Bestandsmanagement und plane vor allem Q4 sorgfältig.
Reihenfolge zählt
Fang mit der Kalkulation an. Erst wenn du weißt, welche Produkte wie stark betroffen sind, kannst du gezielt Preise anpassen, das Portfolio bereinigen und die Repricer-Grenzen sinnvoll setzen. Wer blind pauschal erhöht, verliert unter Umständen Buy-Box-Anteile.

Fazit: Jetzt handeln, Margen schützen

Die Gebührenerhöhungen 2025 sind moderat, aber sie summieren sich. Die wichtigsten Punkte im Überblick: Die Versandgebühren steigen um durchschnittlich 4-6%. Die Lagergebühren legen um 5-10% zu und sind besonders in Q4 teuer. Neu ist die Niedrigpreis-Gebühr, die alle Produkte unter 10 € betrifft. Und: Handlung ist erforderlich – Kalkulationen und Preise sollten bis Februar 2025 angepasst sein.

Wer jetzt, Ende 2024, reagiert, kann die Gebührenerhöhungen auffangen und seine Margen schützen. Die entscheidende Voraussetzung dafür ist Transparenz: Du musst wissen, was jede einzelne SKU nach allen Gebühren wirklich verdient. Genau da setzt Sellercore an – im Profit-Dashboard siehst du deine wahren Margen nach allen Gebühren in Echtzeit und erkennst sofort, welche Produkte durch die 2025er-Änderungen unter Druck geraten.

Gebühren im Griff behalten
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Häufige Fragen

Ab wann gelten die neuen Amazon-Gebühren 2025?
Die neuen Gebühren gelten ab dem 1. Februar 2025. Amazon hat sie Ende 2024 angekündigt, sodass du noch einige Wochen Zeit hast, deine Preise und Kalkulationen anzupassen. Verbindlich ist immer die Gebührenübersicht in deinem Seller Central.
Wie stark steigen die FBA-Versandgebühren 2025?
Die FBA-Versandgebühren steigen durchschnittlich um 4-6%. Ein Standardprodukt bis 250g verteuert sich um etwa 0,15 € pro Einheit, mittlere Produkte um 0,16-0,24 € und schwere Produkte über 1kg um 0,30-0,50 €. Bei Oversize-Artikeln liegt die Erhöhung prozentual bei rund 3-4%, absolut aber oft höher.
Was ist die neue Niedrigpreis-Gebühr?
Die Niedrigpreis-Gebühr (Low-Price Fee) ist eine neue Zusatzgebühr von 0,25 € pro Einheit für Produkte unter 10 € Verkaufspreis. Sie soll die Handlingkosten für günstige Artikel abdecken. Prozentual trifft sie günstige Produkte am stärksten – bei einem Artikel für 3,99 € entspricht das etwa 6,3% Zusatzgebühr.
Warum sind die Lagergebühren in Q4 besonders wichtig?
Von Oktober bis Dezember steigen die Lagergebühren 2025 um 10% auf 39,60 € pro m³ und Monat – also genau in der Zeit, in der viele Seller für das Weihnachtsgeschäft aufstocken. Überbestand wird dadurch besonders teuer. Plane deine Q4-Bestellungen sorgfältig und vermeide Langzeit-Lagerung.
Wie viel muss ich meine Preise erhöhen, um die Gebühren aufzufangen?
Als Faustregel sind durchschnittlich 2-4% Preiserhöhung nötig, um die Erhöhungen auszugleichen. Bei günstigen Artikeln unter 10 €, die zusätzlich die Niedrigpreis-Gebühr trifft, kann mehr nötig sein. Rechne jede SKU einzeln durch, statt pauschal zu erhöhen – so schützt du deine Marge, ohne Buy-Box-Anteile zu riskieren.
MK
Markus Klein · Head of Content
Schreibt bei Sellercore über Amazon-Strategie, Automatisierung und E-Commerce.

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