
Amazon hat die Gebührenstruktur für 2025 angekündigt. Wie jedes Jahr gibt es Änderungen, die deine Kalkulation direkt betreffen. In diesem Artikel bekommst du Ende 2024 den vollständigen Überblick mit konkreten Handlungsempfehlungen, damit du gut vorbereitet ins neue Jahr startest.
Wichtig: Die neuen Gebühren gelten ab dem 1. Februar 2025. Du hast also noch einige Wochen Zeit, deine Preise und Kalkulationen anzupassen. Genau diese Vorlaufzeit solltest du nutzen – denn viele der Änderungen wirken auf den ersten Blick klein, summieren sich über dein gesamtes Sortiment aber schnell zu einem spürbaren Betrag.
Die diesjährige Anpassung folgt einem Muster, das Seller aus den Vorjahren kennen: moderate Erhöhungen bei den Standard-Versandgebühren, deutlichere Aufschläge bei den Lagergebühren – vor allem im vierten Quartal – und mindestens eine neue Gebührenart, die zusätzliche Aufmerksamkeit verlangt. Sehen wir uns die Details an.
Die folgende Tabelle fasst die zentralen Gebührenänderungen für den deutschen Marktplatz zusammen. Sie zeigt den Vergleich zwischen den 2024 gültigen Sätzen und den ab Februar 2025 geltenden Werten:
Die FBA-Versandgebühren steigen 2025 durchschnittlich um 4-6%. Damit liegt die Erhöhung im Rahmen der Vorjahre, trifft aber je nach Produktgewicht unterschiedlich stark. Besonders betroffen sind Standardgröße-Produkte.
Bei leichten Produkten bis 250g kommt ein Aufschlag von etwa 0,15 € pro Einheit hinzu. Mittlere Produkte im Bereich 250-1000g verteuern sich um rund 0,16-0,24 € pro Einheit. Bei schweren Produkten über 1kg musst du mit einem Plus von ungefähr 0,30-0,50 € pro Einheit rechnen.
Bei übergroßen Produkten (über 45x34x26cm oder über 12kg) fallen die Erhöhungen prozentual geringer aus, sind absolut aber oft höher. Die Gebühren steigen hier um circa 3-4%. Wenn du viele Oversize-Artikel führst, lohnt sich ein genauer Blick auf die absoluten Beträge – prozentuale Angaben täuschen bei großen Ausgangswerten schnell über die tatsächliche Belastung hinweg.
Ein oft unterschätzter Hebel ist die Verpackung: Manchmal reicht schon eine geringfügig kleinere Verpackung, um in eine günstigere Größen- oder Gewichtskategorie zu fallen. Da die Gebühr an festen Schwellenwerten hängt, kann ein einziges eingespartes Gramm oder ein Zentimeter über der Grenze den Unterschied zwischen zwei Preisstufen ausmachen.
Die Lagergebühren steigen 2025 spürbar – und besonders im vierten Quartal. Von Januar bis September zahlst du künftig 27,30 € pro m³ und Monat, ein Plus von 5% gegenüber 2024. Von Oktober bis Dezember klettert der Satz auf 39,60 € pro m³ und Monat – das sind 10% mehr als im Vorjahr.
Gerade die Q4-Erhöhung hat es in sich: In genau der Zeit, in der du für das Weihnachtsgeschäft aufstockst, wird die Lagerfläche am teuersten. Wer hier zu früh oder zu viel einlagert, zahlt doppelt – einmal durch den höheren Satz und einmal durch die längere Verweildauer.
Die Langzeitlagergebühren für Bestand über 365 Tage bleiben 2025 dagegen unverändert. Für Bestand zwischen 271 und 365 Tagen fallen weiterhin 170 € pro m³ an. Für Bestand über 365 Tage sind es 340 € pro m³ oder 0,10 € pro Einheit – je nachdem, welcher Betrag höher ist. Diese Sätze sind bewusst abschreckend hoch: Amazon will Lagerflächen für schnell drehende Ware freihalten.
Neben den prozentualen Anpassungen führt Amazon 2025 auch neue Gebühren ein. Die wichtigste davon ist die Niedrigpreis-Gebühr (Low-Price Fee).
Für Produkte unter 10 € Verkaufspreis wird künftig eine zusätzliche Gebühr von 0,25 € pro Einheit erhoben. Diese soll laut Amazon die gestiegenen Handlingkosten für günstige Artikel abdecken. Das klingt nach wenig – prozentual trifft es günstige Produkte aber am härtesten, weil sich die feste Gebühr auf einen kleinen Verkaufspreis bezieht.
Die folgenden Werte sind Beispielrechnungen, die zeigen, wie stark die Niedrigpreis-Gebühr je nach Preispunkt ins Gewicht fällt:
Isoliert betrachtet wirken die einzelnen Erhöhungen überschaubar. Entscheidend ist aber die Summe: Ein Standardprodukt bis 250g zahlt allein bei der Versandgebühr 0,15 € mehr. Liegt der Verkaufspreis unter 10 €, kommt die Niedrigpreis-Gebühr von 0,25 € hinzu – zusammen also 0,40 € pro Einheit. Bei einem Artikel für 8 € entspricht das schon 5% des Verkaufspreises, nur durch zwei Gebührenänderungen.
Rechne dieses Muster über dein gesamtes Sortiment und über tausende verkaufte Einheiten pro Monat hoch, und aus vermeintlich kleinen Cent-Beträgen wird schnell ein vierstelliger Betrag, der deiner Jahresmarge fehlt. Genau deshalb lohnt es sich, jede SKU einzeln durchzurechnen, statt pauschal von einer moderaten Erhöhung auszugehen.
Am stärksten betroffen sind zwei Gruppen: erstens Seller mit vielen günstigen Artikeln unter 10 €, die die Niedrigpreis-Gebühr voll trifft, und zweitens Seller mit hohem Q4-Bestand, für die die 10% höheren Lagergebühren im wichtigsten Quartal des Jahres greifen. Wenn du in einer dieser Gruppen bist, hat das Thema für dich Priorität.
Die folgenden Rechenbeispiele dienen nur der Veranschaulichung – deine tatsächlichen Zahlen hängen von Produktgröße, Gewicht, Preis und Lagerdauer ab. Verbindlich ist immer die Gebührenübersicht in deinem Seller Central.
Die gute Nachricht: Du hast bis Februar 2025 Zeit, dich vorzubereiten. Diese fünf Schritte helfen dir, die Erhöhungen aufzufangen, ohne deine Margen zu opfern.
Die Gebührenerhöhungen 2025 sind moderat, aber sie summieren sich. Die wichtigsten Punkte im Überblick: Die Versandgebühren steigen um durchschnittlich 4-6%. Die Lagergebühren legen um 5-10% zu und sind besonders in Q4 teuer. Neu ist die Niedrigpreis-Gebühr, die alle Produkte unter 10 € betrifft. Und: Handlung ist erforderlich – Kalkulationen und Preise sollten bis Februar 2025 angepasst sein.
Wer jetzt, Ende 2024, reagiert, kann die Gebührenerhöhungen auffangen und seine Margen schützen. Die entscheidende Voraussetzung dafür ist Transparenz: Du musst wissen, was jede einzelne SKU nach allen Gebühren wirklich verdient. Genau da setzt Sellercore an – im Profit-Dashboard siehst du deine wahren Margen nach allen Gebühren in Echtzeit und erkennst sofort, welche Produkte durch die 2025er-Änderungen unter Druck geraten.