News

Amazon Q1 2026: 7 Änderungen die jeder Seller kennen muss

Amko Amko by Sellercore
17. März 2026 8 Min. Lesezeit

Das erste Quartal 2026 bringt tiefgreifende Änderungen für Amazon Seller. Vom Ende des Commingling über verzögerte Auszahlungen bis hin zu neuen Gebühren - hier erfährst du alles, was du wissen musst, und wie du dich vorbereitest.

7 Änderungen, 1 Überblick

Von Commingling-Ende bis KI-PPC: Wir haben alle wichtigen Neuerungen für dich zusammengefasst - mit konkreten Action Items.

1. Ende des Commingling (31. März 2026)

WICHTIG Deadline: 31. März 2026

Amazon beendet das Commingling komplett

Identische Produkte verschiedener Seller werden ab sofort getrennt gelagert und verwaltet.

Das ist eine der größten Änderungen seit Jahren. Bisher landeten identische Produkte von verschiedenen Händlern im selben Lagerplatz bei Amazon. Das führte regelmäßig zu Problemen: Kunden erhielten manchmal Ware von zweifelhafter Qualität, obwohl sie bei einem seriösen Seller bestellt hatten.

Was bedeutet das konkret?

  • Registrierte Seller können weiterhin mit dem Standard-Herstellerbarcode verkaufen - solange der originale Barcode vorhanden ist
  • Reseller müssen ab sofort immer einen Amazon-Barcode (FNSKU) aufbringen, auch wenn das Produkt bereits einen EAN/UPC hat
  • Bessere Rückverfolgbarkeit - Fälschungen werden schwieriger, Qualitätsprobleme sind besser zuordenbar
Achtung Reseller: Wenn du bisher ohne FNSKU-Labels verkauft hast, musst du sofort deine Logistik-Prozesse anpassen. Investiere in einen Etikettendrucker und plane mehr Zeit für die FBA-Vorbereitung ein.

2. DD+7 Auszahlungsregel (März 2026)

ÄNDERUNG Gültig ab 5./12. März 2026

Auszahlungen erst 7 Tage nach Lieferung

Die neue DD+7-Regel (Delivery Date + 7) verzögert Auszahlungen für alle FBA-Bestellungen.

Bisher wurden Auszahlungen kurz nach dem Versand freigegeben. Jetzt wartet Amazon 7 Tage nach der bestätigten Zustellung, bevor das Geld ausgezahlt wird. Das betrifft alle Seller in Deutschland und der EU.

Warum macht Amazon das?

  • Schutz vor Rückbuchungen - Die meisten Retouren passieren innerhalb der ersten 7 Tage
  • Weniger Garantiefälle - Amazon muss weniger Geld zurückfordern
  • Cashflow-Impact - Plane mit 7-14 Tagen längerer Wartezeit auf dein Geld
Tipp: Überprüfe deinen Cashflow und stelle sicher, dass du genügend Liquiditätsreserven hast. Besonders bei Produkten mit langen Lieferzeiten kann sich die Auszahlung deutlich verschieben. Ein gutes Profit-Tracking hilft dir, den Überblick zu behalten.

3. FBA Prep Service eingestellt (seit 1. Januar 2026)

EINGESTELLT Seit 1. Januar 2026

Amazon macht kein Prep mehr für dich

Verpackung, FNSKU-Labeling, Polybagging und Bundling müssen Seller jetzt selbst erledigen.

Amazon hat den FBA Prep & Labeling Service in den USA komplett eingestellt - und die EU wird voraussichtlich folgen. Das bedeutet: Deine Ware muss bereits fertig vorbereitet im Amazon-Lager ankommen.

Was du jetzt tun musst:

  1. Prep-Prozesse aufbauen - Entweder selbst labeln oder einen externen Prep-Service beauftragen
  2. FNSKU-Drucker anschaffen - Thermotransferdrucker sind die günstigste Lösung
  3. Verpackungsrichtlinien studieren - Amazon hat strenge Vorgaben für Polybags, Bubble Wrap etc.
  4. Unplanned Prep Fees vermeiden - Wenn Amazon nacharbeiten muss, kostet das extra

4. FBA-Gebührenerhöhung (seit 15. Januar 2026)

GEBÜHREN Gültig seit 15. Januar 2026

Durchschnittlich +0,08€ pro verkaufter Einheit

Die Erhöhung variiert stark nach Produktpreis und Größe.

Die Gebührenerhöhung klingt gering, kann aber bei Niedrigpreis-Produkten die Marge empfindlich drücken. Hier die Details:

+0,12€
Produkte unter 10€
+0,08€
Produkte 10-50€
+0,31€
Produkte über 50€
Gute Nachricht: Es gibt 2026 keine neuen Gebührenarten. Und die Referral Fees für Home, Grocery, Pet Food und Vitamine/Supplements wurden sogar gesenkt. Prüfe, ob deine Produkte davon profitieren.

5. Neue Retouren-Gebühren für Fashion

Ab 2026 erhebt Amazon erstmals eine Returns Processing Fee für Produktkategorien mit hohen Retourenquoten. Besonders betroffen: Kleidung, Schuhe und Mode-Accessoires.

Wenn deine Retourenquote über dem Kategorie-Durchschnitt liegt, zahlst du eine zusätzliche Gebühr pro Retoure. Das soll Seller motivieren, Produktbeschreibungen und Größentabellen zu verbessern.

Betroffen? Prüfe deine Retourenquote in Seller Central unter "FBA Returns". Investiere in bessere Produktbilder und detailliertere Beschreibungen, um Retouren zu reduzieren.

6. Overmax-Gebühren für XXL-Produkte

Seit dem 15. Januar 2026 gibt es eine neue Gebührenkategorie: Overmax. Extra-große Produkte (bis 68 kg), die 244 cm auf der längsten Seite oder 330 cm in Länge + Umfang überschreiten, werden mit einem Aufschlag belegt.

Wenn du sperrige Produkte verkaufst, rechne deine Margen neu durch. In vielen Fällen kann FBM (Fulfillment by Merchant) für solche Produkte jetzt günstiger sein als FBA. Mehr dazu in unserem FBA vs. FBM Vergleich.

7. KI-gestützte PPC Prompts (25. März 2026)

NEU General Availability seit 25. März 2026

Amazon AI Prompts für Sponsored Products & Brands

KI-gestützte kontextuelle Produktinformationen werden Shoppern direkt in der Suche angezeigt.

Amazons neues "Prompts"-Feature nutzt First-Party-Daten, um Shoppern kontextbezogene Produktinformationen anzuzeigen - direkt in Sponsored Products und Sponsored Brands Kampagnen. Nach einer Beta-Phase ist es seit dem 25. März 2026 für alle US-Seller verfügbar.

Für PPC-Kampagnen bedeutet das: Amazon zeigt automatisch relevante Produktdetails an, die die Klickrate verbessern können. Stelle sicher, dass deine Bullet Points und A+ Content aktuell und vollständig sind.

Bonus: Meltable-Produkte Deadline (20. April 2026)

Deadline 20. April: Hitzeempfindliche FBA-Produkte (Schokolade, Kerzen, etc.) müssen bis zum 20. April 2026 aus dem Lager entfernt werden. Ab dem 1. Mai entsorgt Amazon verbleibende Einheiten - gegen Gebühr.

Was du jetzt tun solltest

Q1 2026 bringt viele Änderungen auf einmal. Hier sind die wichtigsten Action Items:

  1. FNSKU-Labels vorbereiten - Besonders Reseller müssen sofort handeln (Commingling-Ende)
  2. Cashflow-Puffer aufbauen - DD+7 verzögert deine Auszahlungen
  3. Prep-Prozesse aufsetzen - FBA Prep Service gibt es nicht mehr
  4. Margen neu kalkulieren - Gebührenerhöhungen berücksichtigen
  5. Retourenquote senken - Bessere Listings = weniger Returns Processing Fees
  6. A+ Content optimieren - Für die neuen AI Prompts in PPC

Wer sich rechtzeitig vorbereitet, kann die Änderungen auch als Chance nutzen: Das Ende des Commingling stärkt seriöse Seller, und die neuen AI-Features können deine Kampagnen-Performance verbessern.

Quellen

Behalte deine Profite im Blick

Mit dem Sellercore Profit Dashboard siehst du täglich, wie sich Gebührenänderungen auf deine Marge auswirken.

60 Tage kostenlos testen

Weitere Artikel