
US-Verbraucher absorbieren laut aktuellen Analysen rund 96 % der Zollkosten. Das klingt zunaechst gut fuer Seller, ist es aber nicht: Wer seine Preise erhoeht, um die Zoelle weiterzugeben, riskiert den Verlust der Buy Box. Mehrere Seller berichten, dass Amazon den "In den Einkaufswagen"-Button entfernt hat, nachdem sie die Preise angehoben hatten.
Das Dilemma ist real: Preise erhoehen kostet die Buy Box - und damit rund 80 % der Verkaeufe. Preise halten frisst die Marge. Besonders Seller mit China-Sourcing stecken in der Klemme. Fuer DACH-Seller mit US-Geschaeft und China-Bezug heisst das: Margen komplett neu kalkulieren. Fuer rein europaeische Seller ist der direkte Impact gering, aber verschobene globale Lieferketten koennen Preise auch in der EU bewegen.
Der Kraftstoffzuschlag von 3,5 % auf alle FBA-Gebuehren in den USA und Kanada startet am 17. April - also in drei Tagen. Pro Einheit sind das im Schnitt rund 0,17 US-Dollar mehr. Ab dem 2. Mai gilt der Zuschlag zusaetzlich fuer Buy with Prime und Multi-Channel Fulfillment.
Fuer High-Volume-Seller summiert sich das schnell: Wer 50.000+ Einheiten pro Monat bewegt, zahlt beispielhaft ueber 100.000 US-Dollar mehr Fulfillment-Kosten pro Jahr (Beispielrechnung, deine realen Werte haengen von Groesse und Gewicht ab). Amazon begruendet den Zuschlag mit Oelpreisen ueber 111 US-Dollar pro Barrel. Handlungsbedarf: Margenkalkulationen fuer alle US/CA-ASINs jetzt aktualisieren, besonders bei ohnehin schmalen Margen.
Ab Ende April koennen Konsumenten Kleidung direkt in der Google-Suche virtuell anprobieren. Google integriert dafuer eine Virtual-Try-On-Technologie in die Suchergebnisse. Der Effekt: weniger Unsicherheit beim Online-Kauf, hoehere Conversion-Rates und vor allem weniger Retouren - der groesste Kostenfresser im Fashion-E-Commerce.
Relevanz fuer DACH-Seller: Fashion- und Bekleidungs-Seller sollten pruefen, ob ihre Produktbilder den technischen Anforderungen fuer Virtual Try-On entsprechen. Wer kompatibel ist, bekommt einen Conversion-Vorteil direkt in der Google-Suche.
Amazon hat die FBA Prep und Labeling Services zum 1. Januar 2026 komplett eingestellt. Das bedeutet: Amazon klebt keine FNSKU-Labels mehr, verpackt nichts mehr in Polybeutel und uebernimmt keine Etikettierung. Seller muessen das selbst uebernehmen oder einen externen Prep-Dienst nutzen.
Wer seit Jahresanfang Sendungen ohne ordentliche Labels an FBA geschickt hat, riskiert Ablehnungen oder Falschzuordnungen im Lager. Externe Prep-Leistungen wie Verpackung, Labeling und Qualitaetskontrolle liegen als Orientierung bei etwa 0,50 bis 2,00 Euro pro Einheit - bei hohem Volumen oft guenstiger, als es intern zu stemmen.
Ein neuer ISG-Report (13.04.2026) zeigt: Agentic AI veraendert CRM grundlegend. Statt passiver Datenhaltung orchestrieren KI-Agenten jetzt aktiv Revenue-Prozesse - Predictive Scoring, automatische Segmentierung und selbststaendige Follow-up-Sequenzen. Der Trend geht vom Record-Keeper zum Revenue-Driver.
CRM-Systeme werden so zu aktiven Vertriebspartnern, die eigenstaendig erkennen, wann ein Lead kaufbereit ist, und die passende Aktion ausloesen. Relevanz fuer DACH-Seller: Wer heute noch Lead-Listen in Excel pflegt, riskiert, von der naechsten Generation automatisierter CRM-Systeme abgehaengt zu werden. Quelle: ISG-Report vom 13.04.2026.