Amazon hat sein zweites Quartal 2026 vorgelegt: Der Konzernumsatz stieg um 20 Prozent auf 200,6 Mrd. US-Dollar, das Werbegeschäft legte um 26 Prozent auf 19,8 Mrd. US-Dollar zu. Als Treiber nennt Amazon ausdrücklich KI-Tools wie den Ads Agent, der laut Bericht rund 8 Prozent niedrigere Kosten pro Impression liefert und in diesem Quartal in elf weitere Länder ausgerollt wurde (MediaPost).
Für dich heißt das: Die Werbekonkurrenz auf Amazon wächst weiter und KI-gestützte Kampagnensteuerung wird zum Normalfall. Wer seine Kampagnenstruktur und Keywords sauber aufsetzt, verteidigt seine Sichtbarkeit auch bei steigenden Klickpreisen.
Seit dem 2. August 2026 kann die EU-Kommission über das AI Office ihre Befugnisse gegenüber Anbietern von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck (GPAI) durchsetzen, inklusive Bußgeldern von bis zu 15 Mio. Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Parallel greifen die Transparenzpflichten nach Artikel 50, etwa die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte (Wilson Sonsini).
Wenn du KI für Produkttexte, Bilder oder Chat-Funktionen einsetzt, solltest du prüfen, wo Kennzeichnungspflichten greifen. Für Seller ist das vor allem ein Thema für generierte Inhalte und automatisierte Kundenkommunikation.
Amazon macht das runderneuerte Seller Central schrittweise zum verpflichtenden Standard: Statt verschachtelter Menüs gibt es dedizierte Workspaces, ein zentrales Action Center und die KI-Oberfläche Canvas, in der du Fragen in normaler Sprache stellst und dir Dashboards und Handlungsempfehlungen zusammenbauen lässt. Neu registrierte Seller können laut Bericht seit Juni nicht mehr in die alte Ansicht zurück, der Rollout läuft bis in den August (EcomRanker).
Plane etwas Zeit ein, um dich mit den neuen Workspaces vertraut zu machen, bevor die alte Oberfläche endgültig verschwindet. Wer seine wichtigsten Ansichten früh einrichtet, verliert im Tagesgeschäft keine Zeit.
Im DACH-Handel wird heftig darüber diskutiert, ob KI-Agenten zu den neuen Gatekeepern des Einkaufs werden: Autonome Assistenten sollen künftig Angebote vergleichen und Käufe anbahnen, während Amazon von KI-Agenten verlangt, sich zu identifizieren, und fremde Crawler blockiert (etailment).
Für Seller stellt sich die Frage, über welche Kanäle Käufer künftig zu ihren Produkten finden. Saubere, strukturierte Produktdaten werden wichtiger, wenn nicht mehr nur Menschen, sondern auch KI-Agenten Angebote lesen und vergleichen.
Die Richtung ist eindeutig: KI durchdringt Werbung, Seller-Tools und sogar den Kaufakt selbst, und der Regelrahmen zieht nach. Wer seine Listings, Kampagnen und Produktdaten jetzt sauber und maschinenlesbar hält, ist für steigende Ad-Kosten, das neue Seller Central und KI-Einkaufsagenten gut gerüstet. Mit Sellercore behältst du Listings, Preise und Kampagnen zentral im Blick und pflegst deine Produktdaten strukturiert an einer Stelle.